Erst messen, dann optimieren
Testen Sie mit dem kostenlosen Sitequiry-Test oder mit PageSpeed Insights die wichtigsten Seiten, jeweils einzeln: die Startseite, eine Leistungs- oder Produktseite und gegebenenfalls einen Artikel. Notieren Sie Score, LCP, CLS, den INP (falls Felddaten vorliegen) und die größten Ressourcen – getrennt für Smartphone und Desktop.
Labordaten zeigen den Effekt einer Änderung sofort. Felddaten aus dem Chrome User Experience Report fassen die letzten 28 Tage zusammen und ändern sich deshalb nur langsam. Sie brauchen beides: Labordaten, um Ursachen zu finden, Felddaten, um den Erfolg zu bestätigen.
Ändern Sie eine Sache nach der anderen und messen Sie erneut. Sonst wissen Sie nicht, was gewirkt hat – oder was die Werte verschlechtert hat.
1. Das Hauptbild richtig ausliefern
Häufig ist der LCP ein großes Bild im sichtbaren Bereich. Es muss früh entdeckt und mit hoher Priorität geladen werden.
- Kein Lazy Loading für das Hauptbild: Bilder, die beim Laden im sichtbaren Bereich liegen, sollten laut web.dev nicht per
loading="lazy"nachgeladen werden (web.dev). - Geben Sie dem Bild
fetchpriority="high". Steht es nur im CSS oder in JavaScript, laden Sie es zusätzlich per Preload vor (web.dev). - Ersetzen Sie Slider durch ein einzelnes, aussagekräftiges Bild: Slider laden oft mehrere Bilder und Skripte, bevor etwas zu sehen ist.
2. Bilder verkleinern und modern komprimieren
Ein Foto in Kameraauflösung ist selten nötig. Liefern Sie Bilder in der Größe aus, in der sie angezeigt werden.
- Nutzen Sie AVIF oder WebP statt schwerer JPEG- und PNG-Dateien.
- Setzen Sie
srcsetundsizesein, damit ein Smartphone kein Desktop-Bild lädt. - Die meisten CMS und Shop-Systeme erzeugen passende Größen automatisch, wenn das Theme sie anfordert. Prüfen Sie, ob das bei Ihnen der Fall ist.
3. Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs nachladen
Was der Besucher beim Öffnen der Seite nicht sieht, muss nicht sofort geladen werden.
- Setzen Sie
loading="lazy"für Bilder und iFrames unterhalb des ersten Bildschirms (web.dev). - Laden Sie Videos und Karten erst nach einem Klick: Ein Vorschaubild statt des eingebetteten Players oder der Karte spart viel Datenvolumen.
- Geben Sie jedem Bild
widthundheightan, damit der Platz reserviert ist (siehe Maßnahme 11).
4. Die Serverantwortzeit senken
Bevor der Browser etwas anzeigen kann, muss der Server antworten. Für die Time to First Byte (TTFB) nennt web.dev bis 0,8 Sekunden als guten Richtwert (web.dev). Bei einem guten LCP sollte die Serverantwort laut web.dev etwa 40 % der Zeit ausmachen; macht sie deutlich mehr aus, lohnt sich hier der erste Hebel (web.dev).
- Aktivieren Sie ein Seiten-Cache-Plugin oder den Cache Ihres Hosters, damit Seiten nicht bei jedem Aufruf neu berechnet werden.
- Nutzen Sie eine aktuelle PHP-Version, etwa bei WordPress, WooCommerce oder TYPO3.
- Räumen Sie Datenbank und Plugins auf: Langsame Abfragen verlängern jede Antwort.
- Hilft alles nichts, prüfen Sie das Hosting. Ein überlasteter Server bremst andere Optimierungen aus.
5. Komprimierung und Browser-Cache einrichten
- Komprimierung: Liefern Sie HTML, CSS und JavaScript mit Brotli oder gzip aus. Sitequiry weist darauf hin, wenn eine Komprimierung nicht erkennbar ist.
- Browser-Cache: Geben Sie statischen Dateien wie Bildern, CSS, JavaScript und Schriften lange Cache-Zeiten (
Cache-Control) und versionierte Dateinamen, damit wiederkehrende Besucher sie nicht erneut laden.
6. Ein CDN einsetzen, wenn es sich lohnt
Ein Content Delivery Network liefert statische Dateien von einem Server in der Nähe des Besuchers aus und kann die Serverantwort für Besucher aus anderen Regionen verkürzen (web.dev).
Kommen Ihre Besucher überwiegend aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und steht Ihr Server in dieser Region, ist der Gewinn kleiner als bei internationalem Publikum. Prüfen Sie nach dem Einrichten, ob die Werte tatsächlich besser sind.
7. Render-blockierendes CSS und JavaScript reduzieren
Der Browser zeigt nichts an, bevor er das CSS im Kopf der Seite geladen hat, und stoppt bei synchronen Skripten. Je weniger davon nötig ist, desto früher erscheint der Inhalt.
- Laden Sie Skripte mit
deferoder, wenn die Reihenfolge keine Rolle spielt, mitasync. - Liefern Sie das kritische CSS für den ersten Bildschirm früh aus und laden Sie den Rest nach (web.dev).
- Entfernen Sie CSS-Frameworks, von denen die Seite nur einen Bruchteil nutzt.
8. Ungenutztes JavaScript entfernen
Jedes Skript, das der Browser ausführt, kann die Reaktion auf Klicks verzögern. Ein schlechter INP bedeutet meist, dass der Hauptthread beschäftigt ist, wenn jemand tippt (web.dev).
- Prüfen Sie im PageSpeed-Bericht den Hinweis „Nicht verwendetes JavaScript reduzieren“, um kaum genutzte Dateien zu finden.
- Verzichten Sie auf Slider, Animationsbibliotheken und Widgets, die kaum jemand nutzt.
- Teilen Sie lange Aufgaben auf und halten Sie Klick-Handler kurz.
9. Skripte von Drittanbietern kritisch prüfen
Tag Manager, Chat, Heatmaps, Bewertungs-Widgets und Werbung laden fremden Code, den Sie kaum beeinflussen können. Fragen Sie bei jedem Skript: Nutzt es Ihnen messbar?
- Entfernen Sie Tags, die niemand mehr auswertet, vor allem Überbleibsel aus alten Kampagnen.
- Laden Sie Chat und Widgets erst, wenn der Besucher scrollt oder klickt.
- Nutzen Sie
asyncoderdeferundpreconnectfür Domains, die früh gebraucht werden (web.dev). - Wählen Sie einen schlanken Cookie-Banner: Manche laden viel Code und verschieben das Layout.
10. Webfonts verschlanken
- Nutzen Sie WOFF2 und nur die Schriftschnitte, die Sie wirklich einsetzen. Jeder zusätzliche Schnitt ist eine weitere Datei.
- Liefern Sie Schriften von Ihrer eigenen Domain aus. Das spart eine zusätzliche Verbindung zu einem fremden Server.
- Wählen Sie
font-displaybewusst:swapzeigt sofort Text in einer Ersatzschrift, kann aber springen;optionalvermeidet Verschiebungen, lässt die Schrift beim ersten Besuch aber unter Umständen weg (web.dev).
11. Layoutverschiebungen verhindern
- Geben Sie jedem Bild, Video und iFrame
widthundheightoderaspect-ratio. - Reservieren Sie feste Flächen für Banner, Werbung und Einbettungen.
- Fügen Sie Inhalte nicht oberhalb bereits sichtbarer Inhalte ein, es sei denn, der Besucher hat das ausgelöst.
- Animieren Sie mit
transformstatt mittop,leftoderheight(web.dev).
12. Plugins, Apps und Weiterleitungen aufräumen
Viele Erweiterungen laden eigenes CSS und JavaScript – auch auf Seiten, auf denen sie nichts tun. Und jede Weiterleitung kostet einen zusätzlichen Seitenabruf (web.dev).
- Deinstallieren Sie Plugins und Apps, die Sie nicht mehr nutzen, und prüfen Sie, ob Code zurückbleibt.
- Laden Sie Erweiterungen nur dort, wo sie gebraucht werden.
- Vermeiden Sie Weiterleitungsketten wie http → https → www → Zielseite: Verlinken Sie direkt auf die endgültige Adresse.
Welche Maßnahme wirkt auf welche Kennzahl?
Die Tabelle zeigt, wo jede Maßnahme ansetzt. Die Einstufung des Aufwands ist eine Faustregel und hängt von System und Theme ab.
| Maßnahme | Wirkt vor allem auf | Typischer Aufwand |
|---|---|---|
| 1–3 Bilder: Hauptbild, Größe, Lazy Loading | LCP, CLS | gering bis mittel |
| 4–6 Serverantwort, Caching, CDN | LCP | mittel |
| 7 Render-blockierende Ressourcen | LCP | mittel |
| 8–9 JavaScript und Drittanbieter | INP, LCP | gering bis hoch |
| 10 Webfonts | LCP, CLS | gering |
| 11 Layout stabilisieren | CLS | gering |
| 12 Plugins, Apps, Weiterleitungen | INP, LCP | gering |
Ergebnis prüfen und dranbleiben
Messen Sie nach jeder Änderung erneut. Labordaten reagieren sofort. Der Bericht der Search Console zu den Core Web Vitals und die Felddaten in PageSpeed Insights beruhen auf 28 Tagen und brauchen entsprechend Zeit (Search-Console-Hilfe).
Ein guter Score ist kein Selbstzweck. Google betont, dass gute Werte kein Top-Ranking garantieren und die Relevanz des Inhalts zählt (Google Search Central). Der greifbare Gewinn ist eine Seite, die sich für Besucher schnell und stabil anfühlt.
Den aktuellen Stand Ihrer Seite zeigt der kostenlose Website-Speed-Test. Fehlt Ihnen die Zeit für die Umsetzung, können Sie die Agentur GE-KO per Anfrage mit technischen Optimierungen beauftragen.
Häufige Fragen
Wie schnell sollte eine Website laden?
Als Orientierung nennt Google für den größten sichtbaren Inhalt (LCP) höchstens 2,5 Sekunden, für die Reaktion auf Eingaben (INP) höchstens 200 Millisekunden und für Layoutverschiebungen (CLS) höchstens 0,1 – gemessen am 75. Perzentil echter Besuche.
Womit fange ich an?
In der Praxis sind es häufig das Hauptbild (Größe, Format, Priorität) und die Serverantwort. Beides beeinflusst den LCP. Messen Sie zuerst, welche Teilzeit bei Ihnen am längsten ist.
Reicht ein Plugin, um WordPress schneller zu machen?
Ein Cache-Plugin hilft bei der Serverantwort, ersetzt aber weder die Bildoptimierung noch das Entfernen von überflüssigem JavaScript. Gehen Sie die Maßnahmen der Reihe nach durch, statt sich auf ein einzelnes Plugin zu verlassen.
Kann ich bei PageSpeed 100 Punkte erreichen?
Auf dem Smartphone gelingt das selten und ist auch nicht nötig. Sinnvoller ist es, die drei Core Web Vitals im guten Bereich zu halten.
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